{"id":83,"date":"2008-09-27T14:31:52","date_gmt":"2008-09-27T12:31:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dernetzwerker.de\/afrika\/?p=83"},"modified":"2011-07-08T22:59:02","modified_gmt":"2011-07-08T20:59:02","slug":"vor-der-abreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/migotravels.de\/?p=83","title":{"rendered":"Vor der Abreise"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_92\" style=\"width: 330px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/migotravels.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/p1000252.jpg\" title=\"Gep\u00e4ck ausgelegt\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-92\" class=\"alignleft size-medium wp-image-105\" title=\"Gep\u00e4ck ausgelegt\" src=\"https:\/\/migotravels.de\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/p1000252-320x213.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"213\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-92\" class=\"wp-caption-text\">Des gesamte Gep\u00e4ck au\u00dfer dem Werkzeug, einiger Kleinigkeiten und der Kamera mit der ich dieses Foto gemacht habe<\/p><\/div>\n<p>Die Abfahrt steht nun kurz bevor und mein Blick schweift \u00fcber den kleinen Haufen Gep\u00e4ck der da wohlsortiert vor mir liegt. Jedes einzelne Ding wurde genau \u00fcberlegt und mehrfach auf seine Nutzen f\u00fcr die Reise gepr\u00fcft. Viel kriegt man nicht unter in den beiden Gobi-Koffern und der Gep\u00e4ckrolle, doch viel ben\u00f6tigt man im Grunde auch nicht. Die erste Version des Haufens konnte mir nur ein betretenes L\u00e4cheln abringen, als ich ihn da vor den vergleichsweise winzigen Koffern liegen sah. Nach mehrfachem ein- und wieder auspacken und der sukzessiven Reduktion auf WENIG passt&#8217;s jetzt geradeso.<\/p>\n<p>Wenn man sich die Bilder grosser Motorradfernreisenden so ansieht, staunt man h\u00e4ufig nicht schlecht \u00fcber die ausufernden Gep\u00e4ckaufschichtungen unter denen sich deren Motorr\u00e4der verbergen und es will mir nicht recht in den Sinn was sich darin alles verbirgt. Ich vermute ich werde es wohl schnell herausfinden, falls es sich tats\u00e4chlich um Unverzichtbares handeln sollte. Trotz geringem Stauraum ist das Motorrad als Verkehrsmittel der Wahl f\u00fcr die Durchquerung Afrikas neben vielen anderen Faktoren letztlich das Fahrzeug mit dem f\u00fcr mich gr\u00f6\u00dften Spassfaktor. Tief verbaut in Gep\u00e4ckburgen d\u00fcrfte vom Fahrgenuss jedoch einiges verloren gehen. Das Motorrad selbst stand nie zur Diskussion und die  Bezwingung der Strecke auf zwei R\u00e4dern ist neben der Erfahrung der Reize Afrikas selbst eine gleichgewichtige Motivation. Die Motorradfahrer unter euch werden das Besondere daran nachvollziehen k\u00f6nnen.<br \/>\nIn den vergangen Wochen habe ich h\u00e4ufig die Vorteile eines Autos  f\u00fcr diese Mission aufgrund des Transportvolumens erleutert bekommen, aber im Grunde ist das Motorrad auch das Transportmittel der Wahl weil es eben keinen Kofferraum hat und kein Dach und keine Klimaanlage. Je weniger man sich mit seiner gewohnten Bequemlichkeit umschalt, desto mehr ist man da, unzwar mit der G\u00e4nze seiner k\u00f6rperlichen Wahrnehmungsf\u00e4higkeit. Das das nicht unbedingt angenehm ist, ist klar und ich gehe stark davon aus, dass ich mir in der einen oder anderen Minute w\u00fcnschen werde ich s\u00e4\u00dfe im Schutz des Autos statt nassgeschwitzt und den Sand zwischen den Z\u00e4hnen direkt unter der Afrikasonne auf einem harten Endurositz vor mich hin zu braten. Dennoch ist es meine bewusste Entscheidung das Leben mit ganzer Kraft bis auf die Knochen zu sp\u00fcren zu bekommen und aus allt\u00e4glichen Bequemlichkeiten vom weichen Bett bis zur warmen Dusche auszubrechen. Als bekennender Warmduscher muss ich hingegen zugeben, dass ich diesen Verzicht gerne auslassen w\u00fcrde.<br \/>\nSollte ich in den kommenden Wochen jammern und mich beklagen, d\u00fcrft ihr mich an meine Vorreise\u00fcberheblichkeit erinnern \ud83d\ude42 .<\/p>\n<p>Nochmal zur\u00fcck zum Gep\u00e4ckaufen. Alle Einzeteile zusammengenommen repr\u00e4sentiert der Haufen das Ergebnis einer ca. 2 monatigen Vorbereitungszeit. Im Kopf war die Reise nat\u00fcrlich schon viel l\u00e4nger, zuerst in den ersten Studienjahren (vor 8 Jahren so?) und dann wieder konkreter ab Juni diesen Jahres, nachdem sich meine Lebensumst\u00e4nde sagen wir mal afrikadurchquerungsbeg\u00fcnstigend ver\u00e4ndert hatten. Der Aufwand den man betreiben kann um sich auf eine solche Unternehmung vorzubereiten, kann einen ohne Probleme mehrere Monate in Vollzeit besch\u00e4ftigen. Da gibt es die Beantragung von internationalen Dokumenten aller Art, das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Carnet\" target=\"_blank\">Carnet de Passage<\/a>, medzinische Vorbereitungen und Impfungen, allgemeines Afrikastudium, grobe Festlegung einer Route, die optimale Reisezeit in Hinblick auf Temperatur und Regen, das Beschaffen der Ausr\u00fcstung inkl. der langwierigen Produktvergleiche, wenn man sich in den Kopf gesetzt hat das jeweils optimal passende zu erwerben, die Suche nach Reisepartnern und die folgende Kommunikation und Abstimmung, Visaformalien, Kl\u00e4rung finanzieller Fragen, Umr\u00fcsten und Aufr\u00fcsten des Motorrades um es optimal auf eine Reise fernab von H\u00e4ndlern, Werkst\u00e4tten und ADAC vorzubereiten, Suche nach digitalen Karten, GPS Ger\u00e4t und aufgezeichnete GPS-Daten von bereits dort gewesenen, Vorbereitung dieses Blogs insbesondere der GPS Funktion, das Beenden bzw. Einschl\u00e4fern aller bestehenden Verpflichtungen, die Vorbereitung auf die Sprache (in meinem Fall ein franz\u00f6sisch Intensivkurs), die Organisation zum Verbleib des restlichen Hab und Guts (auch nur ein kleiner Haufen \ud83d\ude42 ) und letztlich das Verabschieden aller Lieben und Freunde. Ich bin mir sicher ich habe das meiste vergessen!<br \/>\nMan versucht sich auf das Unbekannte vorzubereiten, es zu analysieren, zu entlarven und vorherzusehen, sich zu wappnen und ger\u00fcstet zu sein. Doch im Grunde ist es ja das Unbekannte was den Reiz ausmacht, das sich nicht bis ins Detail auf alle Geschehnisse vorbereiten k\u00f6nnen. Und um die Erfahrungswerte von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ted_Simon\" target=\"_blank\">Ted Simon<\/a> zu bem\u00fchen, beginnt die eigentliche Reise erst dann, wenn der Fall eintritt auf eine Gegenbenheit nicht vorereitet zu sein und man sich in der Fremde mit den Mitteln der Fremde zu helfen wissen muss.<\/p>\n<p>Einige Worte zu Organisatorischem. Die Reise beginnt am 1.10. in Berlin und f\u00fchrt mich in den kommenden 3-4 Monaten durch Europa westlich an den Alpen vorbei nach S\u00fcdspanien, durch das westliche Afrika bis Kapstadt. Genauer als diese Grobroute ist bisher nichts geplant. Ziel ist es sich von der Reise leiten zu lassen und nicht die Reise zu leiten. Unter mir befindet sich die allermeiste Zeit (hoffentlich) eine <a href=\"http:\/\/www.adventurebike.de\/Technik\/Adventurebikes\/KTM\/LC8_Adventure_950\/lc8_adventure_950.html\" target=\"_blank\">KTM 950 Adventure<\/a>. Genau betrachtet ist dieses Motorrad weniger Adventure als draufsteht, aber daf\u00fcr ein sicherer Garant f\u00fcr ein breites Grinsen w\u00e4hrend der gesamten &#8222;Sitzung&#8220;. Ob das Grinsen genug Kraft und positive Energie bereitstellt um hohen Verbrauch, geringe Kilometerleistung, schwer zu wechselnde Reifen und hohes Gewicht auszugleichen, wird sich zeigen. Geplant ist es in Spanien und Marokko auf meine Mitfahrer zu treffen. Die Treffpunkte werden wir dann via Internet und GPS Daten festlegen sobald wir in gemeinsamer N\u00e4he sind. N\u00e4heres zu meiner Begleitung nachdem ich tats\u00e4chlich einige Kilometer in deren Staub verbracht habe \ud83d\ude42 .<\/p>\n<p>Eine weitere Mission dieser Reise wird es sein, ausgesuchte Hilfsprojekte zu besuchen, um sich als Projektbesucher ein Bild vor Ort zu machen und im Rahmen des<a href=\"http:\/\/www.betterplace.org\" target=\"_blank\"> Internetportals der betterplace Stiftung<\/a> dar\u00fcber zu schreiben. N\u00e4heres dazu wird der Interessierte dann auf betterplace.org finden. Eine Vorauswahl der Projekte findet ihr <a href=\"http:\/\/de.betterplace.org\/groups\/migo_marathon\" target=\"_blank\">hier<\/a> . Unterst\u00fctzung ist ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht !<\/p>\n<p>Ich werde hier in den kommenden Wochen je nach Lust und Internetverf\u00fcgbarkeit ein paar Worte hinterlassen und wenn ausreichend Bandbreite zur Verf\u00fcgung steht auch das eine oder andere Bild anf\u00fcgen. Rechts oben seht ihr zwei Links auf GPS-Logs, dort sollte es m\u00f6glich sein, meine Route nachzuvollziehen. Ich gehe mal davon aus, dass die vollst\u00e4ndige Route im Laufe der Zeit sehr lange Ladezeiten aufweisen wird, da hier tausende von GPS-Punkten zusammenkommen werden. Also bitte Geduld mitbringen. Daf\u00fcr l\u00e4sst sich meine Tour beinahe metergenau nachvollziehen. Das letzte GPS-Log hingegen zeigt nur den zuletzt aufgezeichneten Tag an und sollte immer schnell angezeigt werden. Ich freue mich im \u00fcbrigen auch \u00fcber Kommentare, die jeder zu den Artikeln hinterlassen kann. Interessierte k\u00f6nnen diesen Blog nat\u00fcrlich als RSS-Feed abbonnieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Abfahrt steht nun kurz bevor und mein Blick schweift \u00fcber den kleinen Haufen Gep\u00e4ck der da wohlsortiert vor mir liegt. Jedes einzelne Ding wurde genau \u00fcberlegt und mehrfach auf seine Nutzen f\u00fcr die Reise gepr\u00fcft. 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